52 - Phänomene von People Pleasing mit Anna Graf und Zaira Juarez
Shownotes
Anna und Zaira sprechen darüber, wie sich People Pleasing in menschlichen Beziehungsmustern zeigen kann. Dabei richten sie den Blick nicht nur auf das sichtbare, höfliche Lächeln, das automatische JA zum Kuchen backen für die nächste Party sondern auch auf die oft übersehenen Schattenseiten. Sie sprechen darüber, warum es sich lohnen kann über eigene Motive zu reflektieren und sich wirklich zu fragen was denn hinter einem automatischen und harmlosen "es ist doch gut gemeint" stecken kann. Inwiefern es hierbei um Grenzüberschreitungen geht und warum es im Helferinnenberuf so wichtig ist, sich den eigenen Themen bewusst zu sein.
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Transkript anzeigen
00:00:05: Herzwärts.
00:00:07: Wir sprechen über Körperpsychotherapie.
00:00:10: Wir sprechen über Themen, die das menschliche Erleben betreffen.
00:00:15: Wir sind Sarah Juarez
00:00:17: und Anna
00:00:17: Graf.
00:00:18: Körperpsychotherapeutinnen,
00:00:20: IBP.
00:00:21: Wir sprechen über psychische Gesundheit und ganzheitliche
00:00:24: Therapien.
00:00:26: Wir sprechen mit Expertinnen und Experten, die mit Menschen arbeiten.
00:00:47: Ja, liebe Zuhörerinnen, willkommen zum Herzweiz Podcast.
00:00:51: Heute sind Annan und ich wieder mal zusammen im Studio und nehmen eine Folge auf zum Thema People-Pleasing, beziehungsweise Phänomene des People-Pleasings.
00:01:02: Hoi,
00:01:03: Anna.
00:01:04: Hoi, Sarah.
00:01:05: Und hallo miteinander.
00:01:06: Ich freue mich sehr.
00:01:09: Wir haben uns entschieden, die heutige Folge aufzunehmen, weil es schon nicht ganz einfach ist, Peoplepleasing zu erfassen, wie es sich tatsächlich äußern kann in einem Alltagsleben.
00:01:20: Wie erlebst du das so in der Praxis?
00:01:24: Manchmal gibt es ja wie die ganz Offensichtlichen.
00:01:27: People-pleaser-Innen, die beispielsweise wirklich merken oder auch sagen, hey, ich sag zu vielem, ja, ich kann mich nicht abgrenzen, ich bin so erschöpft, ich bin so müde, dann ist es wie klar auf dem Tisch, oder?
00:01:45: Und es gibt aber auch People-pleaser-Innen, bei denen es wie weniger klar spürbar ist oder die es selbst vielleicht auch weniger klar spüren.
00:01:56: und manchmal spüre ich so raus und bringe dann mal die Theorie dazu und häufig kommt dann schon der Satz, oh ja das stimmt und manchmal aber auch nicht.
00:02:07: und über diese Phänomene möchten wir auch gerne sprechen miteinander.
00:02:11: Ja, also das heißt die Folgen von People Pleasing können sich auch anders äußern, oder?
00:02:17: Also dass man auch aufgrund von anderen Symptomen wie Körpersymptomen, die unspezifisch sind, zum Beispiel, das ist so
00:02:24: ein Klassiker
00:02:26: oder generell emotionale Belastungsstress, wo unklar ist, was läuft überhaupt, woher
00:02:33: kommt das?
00:02:37: Ja, und so.
00:02:39: Eine
00:02:40: der eher klareren Formen von People-Pleasing ist das sogenannte Helferinnen-Syndrom.
00:02:47: Also, dass man wie überall es kennt und schaut, wo gibt es jemanden, dem ich helfen könnte?
00:02:55: Oder, wem geht es gerade nicht so gut und wo kann ich mich einsetzen?
00:03:00: Das ist häufig ziemlich klar auf dem Tisch.
00:03:05: Das sind oft Leute, die sehr gut sind den Dienstleister berufen.
00:03:09: Also ich bin immer froh, wenn ich zum Beispiel in einem Gastrobetrieb bin oder so, wenn jemand wirklich professionell auf Agentin eingestellt ist, sozusagen.
00:03:26: Und merkt, dass er das Lehr ist oder so.
00:03:31: Wenn sie immer sehen, welche Gläser leer sind, wer Hunger haben könnte, wer vielleicht ein warmes Tuch braucht
00:03:38: oder
00:03:38: wer nicht weiß, wo die Toilette ist und so weiter und so fort oder die ganz feine Sensoren haben für die Bedürfnisse
00:03:44: anderer und dann
00:03:46: auch immer zur Stelle sind so.
00:03:50: Und wenn das wirklich im Beruf einfach so ist, wo man die Rolle ablegen kann, dann ist das ja völlig fein, oder?
00:03:58: Ja.
00:04:00: Also es ist auch erwünscht, dass jemand in einem Gastro-Betrieb zum Beispiel wirklich so die Bedürfnisse, der auf die Bedürfnisse der Gäste hineingehen kann.
00:04:09: Und trotzdem ist es anstrengend, oder?
00:04:11: Weil die Energie ganz fest nach außen fließt so.
00:04:16: Und die unternehmerfraglich ist, wie es mit dem Energiehaushalt
00:04:21: für
00:04:21: die Person selber dann aussieht.
00:04:25: Und da könnten beispielsweise ganz kleine Pausen helfen oder sich mal kurz auf die eigenen Füße konzentrieren oder so.
00:04:33: Jetzt wenn ich an jemandem im Gastro denke.
00:04:38: Und es gibt es aber auch, dass jemand in einem Beruf ist und dort auch ein bisschen über die Grenzen geht als Helferin.
00:04:46: Also wir haben vorher vorbesprochen, wenn ich in der Umkleidekabine bin und etwas kaufen möchte und dann kommt die Verkäuferin immer rein und fragt, ob ich noch was brauche.
00:04:57: Mich nervt das dann ziemlich schnell.
00:05:01: Ja, und das ist eben dann die andere Seite, oder?
00:05:04: Weshalb wir
00:05:05: auch... das
00:05:07: thematisieren, also es kann auch Grenzüberschreitungen geben, die dann auch, es ist zwar, also unter dem Deckmantel von es ist gut gemeint, dann aber auch ziemlich, ja, grenzbescheidend sein können, oder?
00:05:21: Und das kann einem dann schon mal nerven, oder es kann irgendwie auch unangenehm, ein unangenehmes Gefühl so allgemein auslösen, vielleicht auch ein bisschen peinlich oder so.
00:05:34: Ja.
00:05:36: So die Bewegung von hey, geh mal weg, mach mal Abstand, so kann dann schnell kommen und dann weiß man vielleicht gar nicht so genau warum denn jetzt, weil die Person ist so nett,
00:05:46: so zuvorkommend,
00:05:47: so aufmerksam.
00:05:49: Und
00:05:50: trotzdem finde ich irgendwie so,
00:05:51: nein.
00:05:54: Ja, das sprechen wir die Schattenseiten an von People Pleasing und auch für das Ge-People Pleasede gegenüber.
00:06:08: Ich hatte mal ein Praktikum im Bereich Journalismus.
00:06:13: Und
00:06:14: der
00:06:14: Lektor, der meine Texte jeweils lasst, bekam jeweils Krisen, weil ich neue
00:06:19: Worte erfahre.
00:06:21: Ein gepigertes Bild wäre so was zum Beispiel.
00:06:30: Mir wurde der kleine Journalistin aus diesem Grund.
00:06:33: Das funktioniert nicht.
00:06:36: Dafür machst du jetzt ein Podcast, das ist auch gut.
00:06:39: Ja, jetzt stimmt es auch journalistisch.
00:06:42: Was auch eine Schattenseite sein kann.
00:06:47: ist, dass die Person, die im People-Pleasing ist, nicht so spürbar ist.
00:06:51: Wenn ich beispielsweise mit dir essen gehen möchte und du sagst, wenn ich frage, wo wollen wir hin?
00:06:58: Sagst du immer, es ist mir egal, sag du.
00:07:02: Das kann manchmal auch nervig sein, oder?
00:07:04: Weil ich spüre dich dann gar nicht.
00:07:06: Ich möchte doch jetzt auch mal hören, was du möchtest, weil ich möchte ja auch nicht einfach Mainz durchsetzen, sondern vielleicht mit dir auch in eine Diskussion treten und schauen, worauf haben wir vielleicht beide Lust oder so.
00:07:17: Und wenn du dann immer sagst, ja sag du, dann kann das auch recht büsam sein.
00:07:23: Jemanden auch ärgerlich machen so.
00:07:26: Ja, und das Motiv dahinter ist schon, das sind Menschen, die sich sehr schnell anpassen können und auch so gelernt haben, ich muss die Bedürfnisse des Gegenübers priorisieren, was dann aber dazu führt, dass sie gar nicht spürbar oder präsent werden als Menschen, dass sie keine Meinung haben, dass sie sich auch fast unsichtbar machen.
00:07:46: Wenn ich nie sage, was ich möchte oder brauche, weil ich das vielleicht auch gar nicht spüre im
00:07:52: Kontakt.
00:07:54: Das ist gar nicht so gemeint, dass man sagt, jetzt sag doch einfach mal, oder?
00:07:57: Das ist gar nicht so einfach, sondern es kann auch wirklich einfach sein, dass ich gar nicht spüre.
00:08:02: Was ich denn jetzt essen möchte, muss übrigens auch wirklich einfach mal passieren kann.
00:08:07: Ich brauche manchmal ein bisschen Zeit, um zu spüren, was habe ich jetzt Lust, was möchte ich jetzt, oder?
00:08:13: Und wenn man so unterwegs ist und viel läuft und im Kontakt, dann kann es auch sein, dass man ein bisschen ja
00:08:18: vielleicht ein
00:08:19: paar Atemzüge nehmen muss und mal schauen muss, ja.
00:08:21: Also ich mach dann, ich gehe dann durch oder so.
00:08:23: Asiatisch, indisch.
00:08:26: Erst auf der Küche.
00:08:27: Und dann schau ich immer, was sagt mein Bauch, oder so.
00:08:30: Also das ist schon auch viel verlangt, das immer gleich zu wissen.
00:08:35: Und trotzdem ist es so wichtig, das reinzubringen in eine Beziehung, oder?
00:08:38: Weil es wird sowas von langweilig und anstrengend, wenn jemand nie sagt, was er oder sie möchte.
00:08:44: Und Lust hat
00:08:45: oder braucht.
00:08:48: Ja, und das bricht etwas Wichtiges an mit der Zeit, oder?
00:08:51: Es lohnt sich, sich selbst Zeit zu verschaffen, sich Raum zu verschaffen, kurz durch zu atmen.
00:08:57: Vielleicht auch kurz aus dem Augenkontakt rauszugehen, die Augen kurz zu schließen oder irgendwo anders hinzuschauen und sich Zeit zu geben, um zu spüren, was man braucht.
00:09:08: Und es wird langweilig, das Gegenüber kann auch an Attraktivität verlieren, weil man einfach nicht weiß, wer bist du überhaupt.
00:09:18: Konflikte werden auch vermieden zu.
00:09:21: Also es gibt wie keine Funken.
00:09:26: Also das Feuer einer Beziehung kann auch ziemlich schnell ausgehen, wenn sich
00:09:33: die Parteien
00:09:35: gegenseitig anpassen.
00:09:37: Oder
00:09:37: einfach eine Partei, genau.
00:09:40: Also das ist wieder dieses to-nice-relationship-to-death.
00:09:46: Ein Zitat, das wir von Rosenberg mitgenommen haben, das ist der Gründer von IVP.
00:09:52: Man kann eine Beziehung auch zu Tode betüdeln.
00:10:04: Und es kann auch sein, dass man eben nicht ganz genau spürt, was das Gegenüber denn wirklich möchte oder braucht.
00:10:11: oder man hat das Gefühl, deine Äußerung sagt das vielleicht oder vielleicht war es früher auch so, dass du das oder das gemacht hast und dich dann verändert hast.
00:10:22: Das kann ja auch durchaus sein.
00:10:25: Es gibt so einen Witz oder von einem Ehepaar, das irgendwie den fünftigsten Hochzeitstag hat und dann sagt der Mann zu seiner Frau, komm, ich habe dir jetzt das mittlere vom Brot extra abgeschnitten, das magst du ja so sehr.
00:10:39: Und dann sagt die Frau, du, nein, ich mag eigentlich den Anfang vom Brot viel lieber, aber ich habe mich nie getraut, dir das zu sagen.
00:10:46: Und der Mann sagt, oh nein, ich mag eigentlich das mittlere vom Brot viel lieber und habe mich auch nie getraut, dir das zu sagen.
00:10:52: Da sind wir da drin, dass man sich anpasst und das Gefühl hat, das Gegenüber mag das.
00:10:57: Und man vielleicht jahrelang aneinander, wieso vorbei sich anpasst.
00:11:04: Ja, also People-Blissing ist sehr anfällig für Missverständnisse.
00:11:07: Es
00:11:09: muss nicht immer sein, dass es nur zu Missverständnissen kommt, aber dadurch, dass viele Bedürfnisse unausgesprochen sind, dass Konflikte nicht gelöst sind.
00:11:21: kann es wirklich sein, dass da ganz eindrückliche Missverständnisse entstehen.
00:11:28: Und am Ende beide unzufrieden sind.
00:11:30: Das mit dem Brot ist ja jetzt so, ja, kann man sagen, ist nicht so schlimm, aber es ist schon auch noch eindrücklich am fünftigsten Hochzeitstag, wo man doch denken würde, man kennt sich jetzt und man traut sich auch, die eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren.
00:11:47: Auf jeden Fall.
00:11:52: Ja, ein anderes relativ einfaches Phänomen oder ein einfacher Hinweis auf People Pleasing ist das automatische Ja.
00:12:02: Ich glaube, da haben wir auch in der letzten Folge schon darüber gesprochen, mit den vielen Kuchen, wenn ich immer einen Kuchen packe, sobald jemand irgendwie mich entweder fragt oder auch nur so die Andeutung macht.
00:12:13: Man könnte ja einen Kuchen brauchen und ich einfach ja sage, obwohl ich vielleicht gar keine Zeit habe oder Kuchen gar nicht mag und so weiter.
00:12:24: Auch da lohnt es sich, sich Zeit zu nehmen und vielleicht zuerst zu sagen, ich überlege es mir.
00:12:34: Ja, und dort finde ich es auch immer noch gut, wenn man so ein bisschen weiß, was sind denn die Situationen, in denen ich merke, dass ich nicht nein saugen kann und sich dann auch wie so Strategien zu entwickeln, oder?
00:12:47: Das habe ich lohnt sich noch.
00:12:52: Ja, zum Beispiel, oder geht es darum, dass ich nicht blöd dastehen möchte, dass ich möchte, dass die anderen denken, ich bin eine engagierte Mutter oder eine engagierte Mitarbeiterin oder ist es eher dann, wenn es jemandem nicht so gut geht und ich vielleicht denke, diese Person braucht jetzt diesen Kuchen oder was auch immer.
00:13:14: Also da gibt es wirklich verschiedene auslösende Faktoren, die für People Pleasing... dann für mich gefährlich sein könnten, oder?
00:13:25: Wenn man die identifiziert hat, hat man es schon ein bisschen einfacher.
00:13:31: Ohne dass man sich komplett konfrontieren muss, auch schon Verbesserungen erreichen
00:13:36: kann.
00:13:39: Oder ohne auch, dass man in eines automatischen Einkommen
00:13:41: muss.
00:13:43: Und es gibt durchaus... Situationen, wo man ja sagen muss, oder?
00:13:47: Also irgendwie Elternabende und so weiter.
00:13:50: Also es gibt auch Situationen, wo man eben, wo es dann auch nicht Sinn macht, wenn man ins Automatische hineingeht, sondern wo man halt einfach auch ja sagen muss.
00:14:01: Und was dann auf der subtileren Seite ist, ist so das Thema angesteckt werden von Gefühlen von
00:14:09: anderen?
00:14:13: Also was zum Beispiel auch zum Thema People Pleasen gehört ist, so der Glaubenssatz, wenn es jemand anderem schlecht geht, darf es mir nicht gut gehen.
00:14:25: Oder vielleicht sogar, dann muss es mir auch schlecht gehen.
00:14:31: Was ja irgendwie noch Paradox ist, weil ich tröste ja mein Gegenüber nicht, wenn ich auch traurig werde, so.
00:14:39: Trotzdem ist das etwas, was ich ... in meinem Alltag erlebe, dass es noch viele Menschen mitgenommen
00:14:46: haben, oder?
00:14:51: Ja, und es ist ja irgendwie auch verständlich, oder?
00:14:53: Weil wenn jemand wirklich stark weint neben mir und ich bin daneben und mache Freudensprünge, dann wäre das ja vielleicht auch ein bisschen schräg, oder?
00:15:03: Wenn man sie jetzt so ins Extreme nimmt, aber eigentlich darf ich auch Freude empfinden und Freudensprünge machen, wenn man gegenüber weint.
00:15:13: Und trotzdem da sein.
00:15:17: Ja, und für das Gegenüber da sein bedeutet auch, ich darf mich spüren und bei mir bleiben und trotzdem tröstend zur Seite sein.
00:15:29: Also ich muss
00:15:30: mich um meine Bedürfnisse deswegen nicht aufgeben.
00:15:34: So, das wäre auch etwas, was uns jetzt in unserem therapeutischen Alltag wirklich schnell KU machen würde, wenn wir jetzt jedes Mal, wenn jemand traurig ist oder wütend ist oder was auch immer, dann mit den gleichen Gefühlen zurückbleiben oder eben in
00:15:52: der
00:15:52: Stunde dann komplett identifiziert sind, oder?
00:15:58: Das geht dann mit dem Energiehaushalt wirklich gar nicht.
00:16:03: Und ich würde sagen, im therapeutischen Setting ist es ja vielleicht schon so, dass ich diese Emotion auch spüre und vielleicht auch ausdrücke und gleichzeitig so einen zäugenden Platz oder wie so einen zweiten, ein erwachsenes Ich da habe, dass sich so fühlt, wie ich mich fühle.
00:16:21: Also, dass wir beides gleichzeitig da sein können und ich nicht nur in dieser Wut oder nur in dieser Trauer bin, würdest du das auch so beschreiben?
00:16:32: Ja, ich würde nicht mal.
00:16:33: Das sind wir beim Phänomen von der Übertragung gegen Übertragung.
00:16:37: Ich würde
00:16:37: nicht mal sagen, dass es unbedingt dein sein muss.
00:16:39: Es kann sein, dass du angestoßen wirst in einem eigenen Thema durch ein Thema.
00:16:47: passiert, das ist normal.
00:16:49: Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir unsere eigenen Verletzungen und Schutzstrategien kennen, also unsere Anteile so klar sind, damit auch einortenbar ist, was läuft gerade.
00:17:03: Voll.
00:17:04: Aber ich würde auch sagen, dass wenn es mich nicht ansteckt, also es gibt Situationen, die machen mich regelmäßig wütend, beispielsweise die Prozesse mit der IV von meinen Klientinnen.
00:17:15: und das hat, wenn ich mit mir zu tun, da finde ich einfach das System schwierig und da bin ich wie mit ihnen wütend oder enttäuscht.
00:17:22: und trotzdem spüre ich noch, ich bin grundsätzlich zufrieden oder ich bin heute glücklich und ich habe Energie und ich bin mit ihnen jetzt auch wütend.
00:17:36: Ja, genau, das werden hier so etwas, das du wirklich präsent bleiben kannst mit dir.
00:17:44: Wenn etwas ungerecht ist, dann ist man oft wütend.
00:17:49: Das ist eine adäquale Reaktion.
00:17:58: Die Schaltenseiten von People Pleasing.
00:18:01: Die sind noch recht heftig, finde
00:18:03: ich.
00:18:06: Also das ist auch etwas, was ich finde, wird irgendwie nicht so
00:18:09: oft so klar
00:18:10: benannt, auch wenn People-Pleasing als ziemlich populär ist, das Begriff.
00:18:16: Aber
00:18:16: was es denn
00:18:17: eigentlich für einen Einfluss haben kann, auf Beziehungen, auf andere Menschen, auf Kinder, das ist irgendwie für mich noch zu wenig klar
00:18:30: herausgearbeitet.
00:18:33: weil Pipi-Pleasing kann wirklich auch etwas mit Macht und Kontrolle des anderen zu tun haben oder kann den anderen wie invalidisieren oder machen, dass der andere etwas da nicht lernt.
00:18:51: Mir kommt in den Sinn, als ich so keine Ahnung, acht war oder so, habe ich gestritten mit meinem Nachbarsmädchen und dann kam plötzlich der Vater runter und hat mir gesagt, warum ich das und das nicht habe machen dürfen.
00:19:06: Und ich war so völlig perplex, weil eigentlich habe ich ja mit ihr gestritten und ich habe nichts.
00:19:11: Also es gibt ja vielleicht Situationen, wo das angemessen ist, oder?
00:19:14: Aber es war wie einfach ein normaler Streit.
00:19:17: Ich habe sie nicht irgendwie verprügelt oder so.
00:19:19: Es war einfach ein normaler Streit.
00:19:21: Und das hat mich sehr irritiert.
00:19:23: Und wenn ich mir überlege, dass das ein Elternteil immer wieder macht, dann lernt das Kind ja nicht.
00:19:31: Keine Selbstwirksamkeit.
00:19:32: Das lernt nicht.
00:19:33: Ich kann das... Regeln, sondern ich brauche dann immer meinen Vater dafür.
00:19:39: Und das schwächt dann schlussendlich dieses Kind.
00:19:43: Ja, das kann auch bei Erwachsenen passieren.
00:19:47: Also eben zum Beispiel im Helferinnenberuf.
00:19:49: Also wir Therapeutinnen könnten in so eine Falle treten.
00:19:57: unsere Klientinnen und Klienten nicht in ihrer Selbstverantwortung stärken, sondern seine Abhängigkeit entstehen könnte.
00:20:05: Wenn wir vieles übernehmen und schon voraussehen und wissen, dann stärkt uns das in unserer Rolle und kann sich vielleicht gut anfühlen.
00:20:18: Kurzfristig, oder?
00:20:20: Problem ist, wir sind da nicht wirklich verbunden, deshalb ist das mit dem Fühlen so ein bisschen zweischneidig, oder?
00:20:27: Aber eigentlich kann das ganz
00:20:31: prekär werden.
00:20:32: Wenn
00:20:33: jemand die Selbstverantwortung nicht mehr übernehmen kann im Leben, dann ist die Lebensfähigkeit, dass er wächst, eine Person, wirklich schwierig.
00:20:44: Also so das ... Thema, wenn ich die Verantwortung für das Wohlergehen von anderen übernehme, dann ist das eine Invalidisierung.
00:20:53: Jeder erwachsene Mensch ist für das eigene Wohlergehen
00:20:57: verantwortlich.
00:21:00: Was
00:21:00: eine wichtige Unterscheidung ist, das bedeutet nicht, dass er oder sie alles alleine
00:21:05: machen muss,
00:21:07: sondern man darf sich Unterstützung holen.
00:21:09: Man soll sich Unterstützung
00:21:10: holen,
00:21:12: aber ... Aber das Helversystem übernimmt nicht
00:21:17: selbstverantwortliche
00:21:19: Aufgaben oder eben die Verantwortung für Gefühle
00:21:25: von anderen.
00:21:28: Und ich überlege gerade im therapeutischen Prozess könnte sich das beispielsweise äußern, indem ich Klientinnen nicht die Therapie abschließen lasse.
00:21:40: Also es muss ja gar nicht so explizit sein, oder?
00:21:43: Aber wie das eigentlich spüre, okay, jetzt wäre ein Abschluss vielleicht an der Zeit, aber ich spreche es nicht an oder ich lasse es nicht zu, oder?
00:21:57: Zum Beispiel ja.
00:21:59: Es kann aber auch sein, wenn Menschen in psychischen Krisenzeiten sind oder wirklich Diagnosen auch haben, dass sie diese Ansprüche vielleicht auch
00:22:09: stellen.
00:22:11: Zum Beispiel in Phasen von tiefen Depressionen ist manchmal der Anspruch irgendwo da, dass es laut wird, dass es mir besser geht.
00:22:25: Das macht es auch ganz schwierig für Menschen im Umfeld, für das soziale Umfeld.
00:22:31: Wirklich dann auch immer wieder die Verantwortung zurückzugeben und zu sagen, ich bin da.
00:22:37: Aber ich kann es nicht für dich tun.
00:22:39: Und dort ist
00:22:40: auch,
00:22:40: das ist oft eine Frage, die kommt.
00:22:42: Oder was mache ich, wenn mir gesagt wird, ich müsste jetzt etwas tun, damit es der Person besser geht.
00:22:49: Immer Fachpersonen dazuholen, unbedingt, womöglich Fachpersonen holen.
00:22:55: Weil die haben eine noch andere Möglichkeit, die Verantwortung auch zurückzuspiegeln.
00:23:03: So.
00:23:04: Unbedingt, unbedingt.
00:23:07: Und auch da, oder ist es wieder subtil?
00:23:09: Man hat das Gefühl, man tut etwas Gutes und schlussendlich ist es nicht dienlich.
00:23:18: Ja,
00:23:19: weil es wirklich das Ziel wäre, dass jeder erwachsene Mensch seine eigenen Emotionen regulieren kann und auch schauen kann, was es braucht, damit sie wieder schwingen.
00:23:37: Ja, und das, finde ich, ist manchmal auch so ein bisschen eine harte Wahrheit, oder?
00:23:42: Wenn wir mit Menschen arbeiten, die starken Peatle-Pleasing sind und wenn wir das ansprechen, das löst häufig zuerst mal Abwehr aus oder tut weh oder man denkt, nein, das stimmt doch gar nicht, weil es einfach, ja, weil man es ja nicht so gemeint hat.
00:24:01: Und trotzdem ist das eben keine Begründung, oder?
00:24:05: Wenn jemand sagt, ich möchte nicht, dass du das tust und dann sage ich als Entschuldigung, ja, ich habe es ja nicht so gemeint, dann ist das wieder über die Emotionen hinausgehen,
00:24:18: oder?
00:24:20: Das ist keine Begründung, sondern dann ist es auch Entschuldigung.
00:24:24: Ich nehme das wahr, ich nehme mich da zurück.
00:24:27: Also, People-Plieserinnen können schon ganz gut Grenzen überschreiten.
00:24:33: Das kann sehr schnell sehr unangenehm
00:24:37: werden.
00:24:40: Deshalb lohnt es sich auch, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.
00:24:45: Wirklich zu schauen, was brauche ich denn, damit ich bei mir bleiben
00:24:50: kann?
00:24:51: Was habe ich für Motive, dass ich es beim Gegenüber irgendwie abholen möchte?
00:24:59: Anerkennung, Liebe, Zuwendung, Lob.
00:25:05: Das alles können Motive sein, oder?
00:25:08: Und längerfristig ist es wirklich wichtig zu schauen, wie kann ich mich selber steigen oder wie kann ich dafür sorgen, dass ich das kriege, was ich brauche, ohne es auf Kosten von anderen zu
00:25:18: tun?
00:25:20: Weil schlussendlich werden Beziehungen besser und näher, wenn wir aus dem People-Pleasing aussteigen.
00:25:27: Obwohl wir vielleicht anfangs das Gefühl haben, ja, ich stoße jetzt den Leuten vor den Kopf, aber Die Beziehungen werden echter und dadurch näher und tiefer.
00:25:40: Und das, finde ich, ist auch ein wichtiges Thema, das Thema der wahren Liebe.
00:25:49: Also aus dem People-Pleasing aussteigen und zu mir kommen, zu mir stehen und meine Bedürfnisse ernst nehmen und dementsprechend auch das Gegenüber in ganzer Klarheit wahrzunehmen, das ist Liebe.
00:26:04: Dieser Energieaustausch, der dann passiert, ist Liebe.
00:26:09: Und nicht, dass ich weiß, was du brauchst und ich gebe es dir, bevor du es überhaupt weißt, was du wolltest, oder?
00:26:19: Ja, das ist ein wunderschönes, eine wunderschöne Zusammenfassung von dem ganzen Thema.
00:26:26: Ja, und so einfach gesagt, umgesetzt im Alltag ist es dann oft schwieriger.
00:26:32: wenn du dich aber in irgendeinem Thema wiederfindest und noch ein bisschen tiefer eintauchen möchtest in die Thematik.
00:26:40: Wir haben ein Online-Programm dazu entwickelt, was es eben ganz vielen Frauen ermöglicht, dieses Wissen, was wir im Einzeltherapie jeweils erarbeiten und teilen, auch mitzubekommen und davon zu profitieren.
00:26:59: Und du bist nicht alleine in diesem Online-Programm, es ist auch durch uns begleitet.
00:27:04: Also du musst das nicht alles ganz alleine machen.
00:27:07: Wir sind dabei und wir richten uns dabei wirklich vor allem an Personen, die in helfenden Berufen arbeiten.
00:27:15: Wir haben jetzt gerade auch noch grünes Licht vom EMR gekriegt.
00:27:20: Das ist ein Institut für Alternativtherapeutinnen in der Schweiz, dass unser Programm deren Standards erfüllt.
00:27:29: Wir können dir da etwas ausstellen, was du beim EMR dann einreichen kannst als Fortbildungsnachweis.
00:27:38: Also wenn du mehr erfahren möchtest über das Programm, über die Arbeit und wenn du wirklich endlich selbstsicherer und leichter und umbeschwerter durch den Alltag gehen möchtest, dann melde dich unbedingt
00:27:51: bei uns.
00:27:54: Uns macht die Arbeit wahnsinnig Spaß.
00:27:56: Wir haben gestartet mit Klientinnen und das ist so cool, da einfach diese Entwicklungen auch mitzukriegen.
00:28:04: Ja, wir freuen uns auf dich, auf weitere Folgen des Herzwärts Podcasts, auf spannende Gästinnen und wünschen dir eine gute Zeit.
00:28:15: Bis zum nächsten
00:28:16: Mal.
00:28:16: Bis zum nächsten Mal.
00:28:18: Tschüss.
00:28:18: Tschüss.
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